Kooperation von GĂŒterbahnen will das EV-System
leistungsfĂ€higer und attraktiver machen, um mehr GĂŒter auf die Schiene zu bringen
 
VWE wird Partnerunternehmen
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Pressemitteilung vom 07.06.2021
 
 
 
Verschiedene deutsche SchienengĂŒterverkehrsunternehmen wollen ab sofort enger und abgestimmter zusammenarbeiten, um den Einzelwagenverkehr in Deutschland voranzubringen. DafĂŒr haben sie gemeinsam das „Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr“ gegrĂŒndet. Zu den GrĂŒndungsmitgliedern zĂ€hlen insgesamt zwölf GĂŒterbahnen, unter anderem DB Cargo, Bentheimer Eisenbahn und die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Die Koordination des Netzwerks lĂ€uft federfĂŒhrend ĂŒber den Branchenverband VDV und wird vom Netzwerk EuropĂ€ischer Eisenbahnen (NEE) unterstĂŒtzt. „Wir brauchen solche Kooperationen, um als Branche gemeinsam unser Ziel zu erreichen, bis 2030 deutlich mehr GĂŒter auf die Schiene zu verlagern. Wir mĂŒssen den SchienengĂŒterverkehr wettbewerbsfĂ€higer und attraktiver aufstellen und dafĂŒr ist der Einzelwagenverkehr ein wichtiger Baustein“, so Joachim Berends, VDV-VizeprĂ€sident und Vorstand der Bentheimer Eisenbahn.

Folgende konkrete Ziele verfolgen die Mitglieder im Rahmen des Netzwerks Zukunft Einzelwagenverkehr:

  • Die Partner bekennen sich dazu, im Einzelwagenverkehr ein gemeinsames Netzwerk zu betreiben.
  • Das Netzwerk und seine vielfĂ€ltigen Möglichkeiten werden mit einem starken Marketing eine breitere Wahrnehmung im Markt erhalten und so das Ziel einer gemeinsamen Verkehrsverlagerung zu ermöglichen. Alleinstellungsmerkmale sind zentraler Bestandteil der Kommunikation.
  • Neben dem Bekenntnis aller Produktions-Partner, sich im Netzwerk gegenseitig den Einkauf von Einzelwagentransporten zu ermöglichen, werden Angebotsprozesse und somit auch die WettbewerbsfĂ€higkeit im intermodalen Wettbewerb Straße – Schiene und somit auch der Wettbewerb insgesamt verbessert.
  • Die Partner werden eine zuverlĂ€ssige Übersicht ĂŒber die bestehenden klassischen und multimodalen Verlademöglichkeiten im Einzelwagenverkehr veröffentlichen und sicherstellen, dass die neue Gleisanschlussförderung in der verladenen Wirtschaft bekannt ist. Damit wollen wir neue Zugangspunkte und neue, multimodale Verkehre im Einzelwagenverkehr entstehen lassen.
  • Es wird sichergestellt, dass die Partner im Netzwerk rechtzeitig ĂŒber technische Innovationen in der Wagenflotte informiert sind, um diese neuen Möglichkeiten in echte Vorteile fĂŒr Kunden und Nutzer umzuwandeln.
  • Die Partner arbeiten gemeinsam an der Digitalisierung der operativen Transportprozesse und streben einen standardisierten Datenaustausch an. Damit schaffen wir neben der Optimierung der betrieblichen Zusammenarbeitsmodelle die Voraussetzungen fĂŒr ein zukunftsfĂ€higes und qualitativ hochwertiges Netzwerk.
  • Die Partner beachten bei allen kooperativen Handlungen die Bestimmungen des Kartellrechtes.

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende von DB Cargo: „Der Einzelwagenverkehr ist mit einem Verkehrsanteil von rund 18 Prozent in Deutschland ein wichtiger ‚Backbone‘“ fĂŒr die Wirtschaft. Viele Industriekunden, aber auch mittelstĂ€ndische Unternehmen in der FlĂ€che sowie neue Kunden mit Konsum- oder AgrargĂŒtern können von klimafreundlicher Bahnlogistik profitieren. Noch ist Rangieren und Wagen kuppeln hier extrem zeitaufwendig und echt harte Arbeit. Die Digitalisierung – insbesondere die Digitale Automatische Kupplung – gibt uns entscheidende Impulse, um Einzelwagen nicht nur klimafreundlich, sondern auch deutlicher wirtschaftlicher zu machen.“

Den GrĂŒndungsmitgliedern sollen bald weitere Netzwerkpartner folgen
 
Neben den GĂŒterbahnen, die von Beginn an dieses Netzwerk maßgeblich tragen, sollen sich möglichst bald viele weitere Partnerunternehmen aus der Branche anschließen, um das Netzwerk breit aufzustellen. Entsprechende GesprĂ€che seitens des VDV mit zahlreichen potenziellen Mitgliedern laufen bereits. „Die wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen mit dem Einzelwagenverkehr im Wettbewerb zur Straße mehr Verkehr fĂŒr die Schiene zu gewinnen, sind fĂŒr ein einzelnes Unternehmen alleine nicht zu stemmen. Aber gemeinsam mit vielen Partnern in ganz Deutschland und Europa steigen die Erfolgsaussichten fĂŒr alle Beteiligten“, so Christian Betchen, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Der VDV, in dem mehr als 180 SchienengĂŒterverkehrsunternehmen organisiert sind, versteht sich in diesem Kontext als Koordinator und Plattform, auf der sich potenzielle Partner fĂŒr das Netzwerk austauschen und informieren können.

Beitritt als UnterstĂŒtzer möglich

ZusĂ€tzlich zu den GĂŒterbahnen können weitere VerbĂ€nde oder Unternehmen, auch aus anderen Branchen, dem Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr als sogenannte UnterstĂŒtzer beitreten. Ein solcher UnterstĂŒtzter der ersten Stunde ist der GĂŒterbahnen-Verband Netzwerk EuropĂ€ischer Eisenbahnen (NEE). Vorstandsvorsitzender Ludolf Kerkeling erklĂ€rt dazu: „Die Kooperation von GĂŒterbahnen kann nicht nur vorhandene Schienentransporte stabilisieren, sie kann vor allem Lkw-Verkehre auf die Schiene verlagern. DafĂŒr muss die Regierung allerdings auch zwingend die Subventionierung des Lkw zurĂŒckfahren.“

Alle Infos zum Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr finden Sie unter: vdv.de/netzwerk-einzelwagenverkehr
 
 
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Rekordauslastung im Corona-Jahr
 
Pressemitteilung vom 11.03.2021
 
In den vergangenen Jahren hat die Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE) viel Geld in die eigene Infrastruktur gesteckt. 2016 investierte das Transportunternehmen etwa zwei Millionen Euro in die neue Umschlaganlage, in der Folgezeit wurden Schienenwege und Eisenbahntunnel saniert. In der RĂŒckschau kann GeschĂ€ftsfĂŒhrer Henning Rohde zufrieden sein. Denn die Modernisierungen haben sich im vergangenen Jahr ausgezahlt. Denn die VWE hat 2020 trotz der Corona-Pandemie eine Auftragssteigerung um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen können.
 
„Im Vorjahr haben wir insgesamt mehr als 100.000 Tonnen umgeschlagen“, sagt Henning Rohde. Davon seien 57 Prozent auf den Hauptkunden Mars entfallen, der im Verdener Industriegebiet Tiernahrung produziert und ĂŒber einen eigenen Gleisanschluss verfĂŒgt. Die VWE transportiert die Waren des Unternehmens an sieben Tagen in der Woche vom Werk zum Bahnhof Verden. „Dort werden die Waggons getrennt und von der DB Cargo an den jeweiligen Bestimmungsort transportiert, auch ins Ausland“, beschreibt Rohde die Aufgabe der VWE.
 
Ein weiteres Standbein des Unternehmens ist der Transport von Baustoffen, der allerdings in erster Linie national ablĂ€uft. „Wir sind im Grunde immer fĂŒr die letzte Meile zustĂ€ndig“, sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Warum sich die VWE ausgerechnet 2020 ĂŒber eine Rekordauslastung freuen konnte, begrĂŒndet Rohde auch mit dem Amazon-Neubau in Achim. „Das war ein Großauftrag fĂŒr uns, weil alle Betonteile von uns umgeschlagen wurden.“
DĂŒnger umgeschlagen.
 
ZusĂ€tzlich hat die VWE nach 30 Jahren Unterbrechung wieder begonnen, landwirtschaftliche Produkte wie DĂŒnger umzuschlagen. „Die großen Landhandelsgesellschaften fĂŒllen ihre LagerstĂ€tten. Diese Waren haben wir frĂŒher schon transportiert, das haben wir uns zurĂŒckgeholt“, erklĂ€rt Rohde stolz. Den Erfolg im Corona-Jahr fĂŒhrt er in erster Linie auf die „gute Infrastruktur“ zurĂŒck. „Nach 25 oder 30 Jahren muss man einfach sanieren und modernisieren“, erklĂ€rt der VWE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Bei den Arbeiten wĂŒrden hĂ€ufig gebrauchte Materialien eingesetzt, um die Kosten im Rahmen zu halten. „Das sind Baustoffe und Schienen, die beispielsweise auf einer ICE-Strecke aussortiert werden. Die können wir noch gut gebrauchen, zumal sie der höchsten Radlastklasse mit 22,5 Tonnen entsprechen.“
 
Die gesamte Schienenstrecke der Verden-Walsroder Eisenbahn hat eine LĂ€nge von 18 Kilometern. Davon entfallen zwölf Kilometer auf die Gleise von Verden nach Stemmen, die allerdings nur noch museal genutzt werden. „Dort fahren die Verdener Eisenbahnfreunde mit der Museumseisenbahn“, erklĂ€rt Rohde. Mit dem Verein verbindet die VWE eine enge Kooperation, die beiden Seiten nĂŒtzt. Denn das Unternehmen hat die gesetzliche Auflage, die Strecke zu pflegen und zu erhalten und bekommt von den Eisenbahnfreunden zumindest eine kleine NutzungsgebĂŒhr pro Fahrt. „Durch die Zusammenarbeit wird die Strecke wenigstens regelmĂ€ĂŸig genutzt“, sagt Rohde. Denn eine wirtschaftliche Bedeutung fĂŒr Schienentransporte werde die altehrwĂŒrdige Gleisanlage nicht mehr haben. „An der Strecke gibt es keine grĂ¶ĂŸeren Unternehmen, die unsere Dienstleistungen brauchen könnten“, sagt Rohde. Zumal auch diese Strecke fĂŒr grĂ¶ĂŸere Belastungen wohl ertĂŒchtigt werden mĂŒsste, denn die Schienen stammen teilweise noch aus der GrĂŒndungszeit der VWE im Jahr 1910 sowie aus den 1930er-Jahren â€“ eine Zeit, als die VWE tatsĂ€chlich zwischen Verden und Walsrode verkehrte.
 
„Die VWE ist auch altehrwĂŒrdig, aber sie hat lange Bestand“, betont Rohde und bezieht sich damit auch auf die Rangierloks des Unternehmens. Diese wĂŒrden zwar gebraucht gekauft, die Motoren wĂŒrden aber regelmĂ€ĂŸig ausgetauscht und modernisiert. Seit 2015 gehört auch ein Zweiwegefahrzeug fĂŒr Schiene und Straße zum Fuhrpark, das die Norm Euro-6 erfĂŒllt. In Zukunft möchte Rohde auf dem erfolgreichen Weg weitergehen. „Der Bund fördert Schienenausbau, weil die Bahn fĂŒr den Klimaschutz eine große Bedeutung hat“, ist er ĂŒberzeugt.
 
 
Quelle: Verdener Nachrichten
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