Rekordauslastung im Corona-Jahr
 
Pressemitteilung vom 11.03.2021
 
In den vergangenen Jahren hat die Verden-Walsroder Eisenbahn (VWE) viel Geld in die eigene Infrastruktur gesteckt. 2016 investierte das Transportunternehmen etwa zwei Millionen Euro in die neue Umschlaganlage, in der Folgezeit wurden Schienenwege und Eisenbahntunnel saniert. In der RĂŒckschau kann GeschĂ€ftsfĂŒhrer Henning Rohde zufrieden sein. Denn die Modernisierungen haben sich im vergangenen Jahr ausgezahlt. Denn die VWE hat 2020 trotz der Corona-Pandemie eine Auftragssteigerung um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen können.
 
„Im Vorjahr haben wir insgesamt mehr als 100.000 Tonnen umgeschlagen“, sagt Henning Rohde. Davon seien 57 Prozent auf den Hauptkunden Mars entfallen, der im Verdener Industriegebiet Tiernahrung produziert und ĂŒber einen eigenen Gleisanschluss verfĂŒgt. Die VWE transportiert die Waren des Unternehmens an sieben Tagen in der Woche vom Werk zum Bahnhof Verden. „Dort werden die Waggons getrennt und von der DB Cargo an den jeweiligen Bestimmungsort transportiert, auch ins Ausland“, beschreibt Rohde die Aufgabe der VWE.
 
Ein weiteres Standbein des Unternehmens ist der Transport von Baustoffen, der allerdings in erster Linie national ablĂ€uft. „Wir sind im Grunde immer fĂŒr die letzte Meile zustĂ€ndig“, sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Warum sich die VWE ausgerechnet 2020 ĂŒber eine Rekordauslastung freuen konnte, begrĂŒndet Rohde auch mit dem Amazon-Neubau in Achim. „Das war ein Großauftrag fĂŒr uns, weil alle Betonteile von uns umgeschlagen wurden.“
DĂŒnger umgeschlagen.
 
ZusĂ€tzlich hat die VWE nach 30 Jahren Unterbrechung wieder begonnen, landwirtschaftliche Produkte wie DĂŒnger umzuschlagen. „Die großen Landhandelsgesellschaften fĂŒllen ihre LagerstĂ€tten. Diese Waren haben wir frĂŒher schon transportiert, das haben wir uns zurĂŒckgeholt“, erklĂ€rt Rohde stolz. Den Erfolg im Corona-Jahr fĂŒhrt er in erster Linie auf die „gute Infrastruktur“ zurĂŒck. „Nach 25 oder 30 Jahren muss man einfach sanieren und modernisieren“, erklĂ€rt der VWE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Bei den Arbeiten wĂŒrden hĂ€ufig gebrauchte Materialien eingesetzt, um die Kosten im Rahmen zu halten. „Das sind Baustoffe und Schienen, die beispielsweise auf einer ICE-Strecke aussortiert werden. Die können wir noch gut gebrauchen, zumal sie der höchsten Radlastklasse mit 22,5 Tonnen entsprechen.“
 
Die gesamte Schienenstrecke der Verden-Walsroder Eisenbahn hat eine LĂ€nge von 18 Kilometern. Davon entfallen zwölf Kilometer auf die Gleise von Verden nach Stemmen, die allerdings nur noch museal genutzt werden. „Dort fahren die Verdener Eisenbahnfreunde mit der Museumseisenbahn“, erklĂ€rt Rohde. Mit dem Verein verbindet die VWE eine enge Kooperation, die beiden Seiten nĂŒtzt. Denn das Unternehmen hat die gesetzliche Auflage, die Strecke zu pflegen und zu erhalten und bekommt von den Eisenbahnfreunden zumindest eine kleine NutzungsgebĂŒhr pro Fahrt. „Durch die Zusammenarbeit wird die Strecke wenigstens regelmĂ€ĂŸig genutzt“, sagt Rohde. Denn eine wirtschaftliche Bedeutung fĂŒr Schienentransporte werde die altehrwĂŒrdige Gleisanlage nicht mehr haben. „An der Strecke gibt es keine grĂ¶ĂŸeren Unternehmen, die unsere Dienstleistungen brauchen könnten“, sagt Rohde. Zumal auch diese Strecke fĂŒr grĂ¶ĂŸere Belastungen wohl ertĂŒchtigt werden mĂŒsste, denn die Schienen stammen teilweise noch aus der GrĂŒndungszeit der VWE im Jahr 1910 sowie aus den 1930er-Jahren â€“ eine Zeit, als die VWE tatsĂ€chlich zwischen Verden und Walsrode verkehrte.
 
„Die VWE ist auch altehrwĂŒrdig, aber sie hat lange Bestand“, betont Rohde und bezieht sich damit auch auf die Rangierloks des Unternehmens. Diese wĂŒrden zwar gebraucht gekauft, die Motoren wĂŒrden aber regelmĂ€ĂŸig ausgetauscht und modernisiert. Seit 2015 gehört auch ein Zweiwegefahrzeug fĂŒr Schiene und Straße zum Fuhrpark, das die Norm Euro-6 erfĂŒllt. In Zukunft möchte Rohde auf dem erfolgreichen Weg weitergehen. „Der Bund fördert Schienenausbau, weil die Bahn fĂŒr den Klimaschutz eine große Bedeutung hat“, ist er ĂŒberzeugt.
 
 
Quelle: Verdener Nachrichten

 

 

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